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Detaillierte Geschichte des Friesacher Pfennigs
Lesezeit: 1:40 min

Der Friesacher Pfennig aus Kärnten ist die erste überregionale Handelsmünze, die im mittelalterlichen Österreich geprägt wurde.

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Ausgabe der qualitätvollen Silbermünzen, die nach Kölner Vorbild geprägt wurden, waren durch die neuentdeckten Silbergruben gegeben, die gerade um Friesach besonders ergiebig waren. Hinzu kam die überaus kluge Politik der Prägeherrn (vornehmlich der Erzbischöfe von Salzburg), die nicht auf raschen Gewinn aus dem Münzregal abzielte, sondern versuchte, in zentraler Organisation und durch die beständige Qualität ihrer Erzeugnisse eine allgemeine Akzeptanz zu schaffen, die auf längere Sicht ein Maximum an wirtschaftlichem Erfolg garantieren sollte. Am Höhepunkt seiner Verbreitung in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts war der Friesacher Pfennig von Friaul über die nördliche Adria, Dalmatien, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Siebenbürgen bis in die Slowakei als Handelsgeld im Umlauf.

Das Zentrum der Prägetätigkeit war von Beginn an die namengebende Stadt Friesach (ab ca. 1125/30), die damals auch das Verwaltungszentrum für die reichen Besitzungen des Salzburger Erzbistums in Kärnten darstellte. Den Höhepunkt seiner Blüte erreichte das Friesacher Münzwesen unter Erzbischof Eberhard II. (1200–1246), der in Herzog Bernhard II. (1202–1256) einen kongenialen Partner hatte. Die Kärntner Herzöge prägten schon um 1130 – vermutlich in St. Veit – nach „Friesacher Schlag“. Angezogen vom großen Erfolg dieser Münze folgten auch andere geistliche und weltliche Herren diesem Beispiel: die Patriarchen von Aquileia, die Bamberger Bischöfe in Villach, die Bischöfe von Gurk und die bayerischen Fürsten des andechsmeranischen Hauses. Sie prägten nach Friesacher Vorbild und kopierten dieses sogar völlig. So sollte ein Reichsgerichtsurteil von 1195, veranlasst von Erzbischof Adalbert II. (1168–1171), jede Nachahmung der Friesacher Münze verbieten.

Die Kärntner Silbergruben waren durch den großen Münzmetallbedarf stark ausgebeutet, sodass Münzstätten entlang der Handelswege an der südöstlichen Reichsgrenze errichtet wurden, die (oft in Gemeinschaft zwischen geistlichen und weltlichen Herren) Pfennige aus ungarischem Silber prägten.

Bereits gegen Mitte des 13. Jahrhunderts (Mongolensturm 1241) war ein empfindlicher Rückgang in der Ausprägung der Friesacher Pfennige zu bemerken, und in der Folge wurde er Schritt für Schritt von eindringenden fremden Geldsorten (Agleier und Wiener Pfennige) verdrängt. Noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts dürfte die Prägung des Friesacher Pfennigs ein Ende gefunden haben.