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Heiliger Hyazinth (um 1183–1257) | Hagiographie

Lesezeit: 1:05 min

Frühes Leben und Berufung

Der heilige Hyazinth wurde um 1183 in Kamień Śląski bei Oppeln im Süden Polens in eine adlige Familie geboren. Er studierte in Paris und Bologna und erwarb dort eine umfassende Ausbildung in Theologie und den freien Künsten.

Nach seiner Rückkehr nach Polen wurde er zum Priester geweiht und zum Kanoniker der Wawel-Kathedrale in Krakau berufen.

Begegnung mit dem heiligen Dominikus

Im Jahr 1220 reiste Hyazinth gemeinsam mit Bischof Iwo Odrowąż von Krakau nach Rom, wo er den heiligen Dominikus, den Gründer des Dominikanerordens, traf.

Tief bewegt von dessen Predigten trat Hyazinth in den Orden ein und empfing 1221 das Ordenskleid aus den Händen des heiligen Dominikus selbst.

Auf seiner Rückreise nach Norden gründete er in Friesach in Kärnten ein Dominikanerkloster – eine der frühesten Ordensniederlassungen außerhalb Italiens.

Gründer und Missionar

Im Jahr 1223 gründete Hyazinth das erste Dominikanerkloster Polens bei der Dreifaltigkeitskirche in Krakau, das bis heute besteht.

Als eifriger Missionar predigte er in Polen, Preußen, Ruthenien und Litauen, gründete Kirchen und Klöster und führte viele Menschen zum christlichen Glauben.

Tod und Heiligsprechung

Hyazinth kehrte 1243 nach Krakau zurück und starb dort am 15. August 1257, dem Fest Mariä Himmelfahrt.

Er wurde 1527 von Papst Clemens VII. seliggesprochen und 1594 von Papst Clemens VIII. heiliggesprochen.

Sein Grab befindet sich in der Dominikanerkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Krakau, die bis heute ein verehrter Wallfahrtsort ist.

Vermächtnis und Darstellung

Der heilige Hyazinth wird häufig mit einer Monstranz mit dem Allerheiligsten und einer Steinstatue der Gottesmutter Maria dargestellt – Sinnbilder seiner tiefen Frömmigkeit und seines Mutes.

Er ist der einzige polnische Heilige, dessen Statue auf der von Bernini geschaffenen Kolonnade des Petersplatzes in Rom steht – ein bleibendes Zeichen seines Wirkens und seines Beitrags zur Mission des Dominikanerordens.

Gedenktag: 17. August