Streichinstrumente
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Zither (alpenländische Form)
Form
Das Instrument hat einen flachen, trapezförmigen Holzkörper mit einer breiten unteren Kante und einer schmaleren oberen Seite, über den mehrere parallel verlaufende Saiten über eine Resonanzdecke mit runden Schalllöchern gespannt sind.
Konstruktion
Es ist als hölzerner Resonanzkasten mit einer dünnen Resonanzdecke gebaut und trägt zahlreiche Metallsaiten, die in Melodie- und Begleitsaiten angeordnet sind, mit Stimmwirbeln auf einer Seite und Anhangstiften auf der gegenüberliegenden Seite.
Position
Es wird während des Spiels waagrecht auf einem Tisch oder auf dem Schoß des Spielers abgelegt.
Klang
Es erzeugt einen klaren, feinen und resonanten Klang, der eine helle Melodie mit einer weich klingenden Begleitung verbindet.
Verwendung
Es wird in alpinen und ländlichen Traditionen sowie in der Hausmusik verwendet, sowohl für das Solospiel als auch zur Begleitung.


Zither (alpenländische Form)
Teile und Lage
Stimmwirbel
Entlang der oberen rechten Kante des Instruments angeordnet, wo die Saiten gespannt und gestimmt werden.
Anhangstifte
An der gegenüberliegenden (linken bzw. unteren) Kante angebracht und zur Verankerung der Saitenenden dienend.
Saiten (Melodie- und Begleitsaiten)
Über die Resonanzdecke von den Stimmwirbeln zu den Anhangstiften gespannt und parallel zueinander verlaufend.
Resonanzdecke
Die flache Vorderseite des Instruments, über die die Saiten gespannt sind.
Schallloch (Rosette)
Runde Öffnung in der Resonanzdecke, meist nahe der Mitte, die das Austreten des Klanges ermöglicht.
Steg
Quer über die Resonanzdecke, leicht oberhalb der unteren Kante positioniert; er trägt die Saiten und überträgt deren Schwingungen auf den Korpus.
Griffbrett (Melodiesaiten)
Auf einer Seite des Instruments gelegen, wo ausgewählte Saiten zur Tonerzeugung niedergedrückt werden.
Korpus (Resonanzkasten)
Der hohle Holzkörper unterhalb der Resonanzdecke, der die volle Tiefe des Instruments bildet.
Rahmen
Die erhöhten Aussenränder, die die Resonanzdecke einfassen und die Saitenspannung tragen.
Pochette (Tanzmeistergeige)
Form
Das Instrument hat einen sehr schmalen, langgestreckten Holzkorpus mit einer einfachen, nahezu zylindrischen Form, einen kleinen Wirbelkasten und eine nur geringe Ausarbeitung, wodurch es kompakt und leicht tragbar ist.
Konstruktion
Es ist aus Holz gefertigt, mit einem kleinen Resonanzkörper und einem kurzen Griffbrett, bespannt mit wenigen Saiten und einfachen Stimmwirbeln, meist mit nur sparsamer Verzierung und schlichter Oberfläche.
Position
Es wird unter dem Kinn gehalten und mit einem Bogen ähnlich wie eine Violine gespielt.
Klang
Es erzeugt einen leisen, dünnen und leicht näselnden Klang mit geringer Lautstärke, der eher für den Unterricht als für Aufführungen geeignet ist.
Verwendung
Es wurde von Tanzmeistern verwendet, um Tanzschritte vorzuführen und den Rhythmus während des Unterrichts vorzugeben. Aufgrund seiner kompakten Form konnte es in einer Rocktasche getragen werden und war dadurch gut für unterwegs geeignet.


Pochette (Tanzmeistergeige)
Teile und Lage
Schnecke
Am obersten Ende des Instruments gelegen und als geschnitzter Abschluss des Kopfes ausgeführt.
Wirbelkasten mit Stimmwirbeln
Direkt unterhalb der Schnecke angeordnet; die Stimmwirbel ragen seitlich aus dem Wirbelkasten heraus.
Hals und Griffbrett
Vom Wirbelkasten nach unten verlaufend; das Griffbrett liegt auf der Vorderseite des Halses, wo die Saiten niedergedrückt werden.
Saiten
Verlaufen längs vom Wirbelkasten über Griffbrett und Korpus bis zum unteren Ende des Instruments.
Langgestreckter Korpus
Bildet den unteren Hauptteil des Instruments unterhalb des Halses und ist schmal und länglich geformt.
Schalllöcher
In die Vorderseite des Korpus eingeschnitten, etwa im mittleren Bereich, und dienen dem Austreten des Klangs.
Saitenhalter und Endknopf
Am unteren Ende des Korpus angebracht, wo die Saiten befestigt sind.
Bogen
Ein separates, schlankes Spielgerät, das in der Hand gehalten und zum Anstreichen der Saiten verwendet wird.
Saiteninstrumente
(17.–19. Jahrhundert, Kärnten und Österreich)
Streichinstrumente
Violine
Form: Kleiner, taillierter Holzkorpus mit gewölbter Decke und Boden; f-förmige Schalllöcher
Konstruktion: Fichtendecke, Boden und Zargen aus Ahorn; vier Saiten; Ebenholzgriffbrett
Position: Unter dem Kinn gehalten
Klang: Hell, klar und sehr beweglich
Verwendung: Orchester, Kammermusik, Kirche, Hausmusik
Viola
Form: Größer als die Violine; breitere Korpusproportionen
Konstruktion: Ähnliche Materialien wie bei der Violine; vier tiefer gestimmte Saiten
Position: Unter dem Kinn gehalten
Klang: Warm, weich und dunkler im Klang
Verwendung: Mittelstimme in Orchester und Ensemble
Violoncello (Cello)
Form: Großes Instrument mit tiefem Korpus und geschwungener Form
Konstruktion: Holzkorpus; vier Saiten; Stachel in späterer Zeit ergänzt
Position: Aufrecht zwischen den Knien gespielt
Klang: Reich, resonant und gesanglich
Verwendung: Bass- und Melodiefunktion in Orchester-, Kammer- und Kirchenmusik
Kontrabass
Form: Hohes, breites Instrument; schräge Schultern; langer Hals
Konstruktion: Holzkorpus; drei oder vier dicke Saiten
Position: Im Stehen oder Sitzen gespielt
Klang: Tief, voll und kraftvoll
Verwendung: Bassfundament in Orchestern und Ensembles
Viola da gamba (Gambe)
Form: Flacher Boden; schräge Schultern; Griffbrett mit Bünden
Konstruktion: Sechs oder sieben Saiten; leichtere Bauweise als die Violinfamilie
Position: Zwischen den Beinen gehalten
Klang: Weich, fein und nuanciert
Verwendung: Hof- und Kammermusik (vor allem im 17. Jahrhundert)
Zupfinstrumente
Laute
Form: Birnenförmiger Korpus mit gewölbtem Rücken; kurzer Hals
Konstruktion: Mehrere Doppelsaiten (Chöre); geschnitzte Rosette
Position: Am Körper gehalten
Klang: Sanft, intim und resonant
Verwendung: Hofmusik, Begleitung, Solospiel
Harfe
Form: Dreieckiger Rahmen mit senkrechten Saiten
Konstruktion: Holzrahmen; zahlreiche Saiten unterschiedlicher Länge
Position: Auf dem Boden stehend oder am Körper angelehnt
Klang: Klar, schimmernd und tragfähig
Verwendung: Hof, Kirche und später Orchester
Gitarre (frühe Formen)
Form: Flacher, taillierter Korpus; kleiner als die moderne Gitarre
Konstruktion: Holzkorpus; fünf oder sechs Saiten
Position: Am Oberkörper gehalten; gezupft oder geschlagen
Klang: Leicht, klar und rhythmisch
Verwendung: Hausmusik und Begleitung
Zister (Cister)
Form: Flacher Korpus; einfache Form
Konstruktion: Metallsaiten; mit Plektrum gespielt
Position: Gehalten oder am Körper abgestützt
Klang: Hell, klingend und direkt
Verwendung: Informelles Musizieren, Wirtshäuser, häuslicher Bereich
Tasten-Saiteninstrumente
Cembalo
Form: Flügel- oder kastenförmiges Gehäuse; Klaviatur(en)
Konstruktion: Saiten werden durch Kielchen gezupft
Position: Sitzend am Instrument gespielt
Klang: Hell, prägnant und artikuliert
Verwendung: Hof-, Kirchen- und Kammermusik (17.–frühes 18. Jahrhundert)
Clavichord
Form: Kleines rechteckiges Gehäuse
Konstruktion: Saiten werden durch Tangenten angeschlagen
Position: Sitzend gespielt; oft transportabel
Klang: Sehr leise, intim und ausdrucksvoll
Verwendung: Privates Üben und Hausmusik
Fortepiano
Form: Frühe Klavierform; leichtere Bauweise als das moderne Klavier
Konstruktion: Saiten werden durch Hämmer angeschlagen; dynamische Abstufung je nach Anschlag
Position: Sitzend gespielt
Klang: Klar, nuanciert und dynamisch variabel
Verwendung: Konzerte sowie höfische und bürgerliche Musik (ab spätem 18. Jahrhundert)
Volks- und ländliche Instrumente
Zither
Form: Flaches Holzbrett mit zahlreichen Saiten
Konstruktion: Melodie- und Begleitsaiten über die Oberfläche gespannt
Position: Auf Tisch oder Schoß gelegt
Klang: Fein, klar und melodisch
Verwendung: Alpenländische und häusliche Musiktraditionen
Fiedel (Volksvioline)
Form: Der Violine ähnlich; regionale Varianten
Konstruktion: Violinbau mit regional angepasster Spielweise
Position: Unter dem Kinn gehalten
Klang: Lebhaft, rhythmisch und direkt
Verwendung: Tanzmusik, Feste, ländliche Traditionen
Überblick
Struktur
Saiteninstrumente erzeugen ihren Klang durch schwingende Saiten, die durch Streichen, Zupfen oder Anschlagen in Bewegung versetzt werden.
Materialien
Sie bestehen überwiegend aus sorgfältig ausgewählten Hölzern; die Saiten bestehen aus Darm, Metall oder später aus synthetischen Materialien.
Funktion in der Gesellschaft
Sie bilden das musikalische Zentrum von Orchester-, Kirchen-, Haus- und Volksmusik in Kärnten und Österreich und spiegeln sowohl eine ausgeprägte Musikkultur als auch den Alltag wider.
Saiteninstrumente in Kärnten und Österreich
(17.–19. Jahrhundert)
Saiteninstrumente bildeten die Grundlage des musikalischen Lebens in den österreichischen Ländern. Sie standen im Zentrum höfischer Orchester, der Kirchenmusik, der Hausmusik und ländlicher Traditionen und entwickelten sich im Laufe dieser Jahrhunderte kontinuierlich in Handwerk, Spieltechnik und Klangvielfalt weiter.
Streichinstrumente
Violine
Die Violine ist ein kleines, hochentwickeltes Holzinstrument mit hohlem Korpus, gewölbter Decke und Boden, f-förmigen Schalllöchern und vier über ein Griffbrett gespannten Saiten. Sie wird mit einem Bogen gespielt und unter dem Kinn gehalten. Das Instrument erzeugt einen hellen, klaren und sehr ausdrucksfähigen Klang mit grosser Beweglichkeit. Sie wurde in höfischen Orchestern, in der Kirchenmusik, in Kammerensembles und später auch широко in der Hausmusik verwendet.
Viola
Die Viola ist etwas größer als die Violine und ähnlich gebaut, jedoch mit tieferem Korpus und tieferer Stimmung. Sie wird mit einem Bogen gespielt und unter dem Kinn gehalten. Das Instrument erzeugt einen warmen, weichen und etwas dunkleren Klang. Sie wurde vor allem im Orchester und in der Kammermusik eingesetzt, wo sie die innere Harmonie stützt.
Violoncello (Cello)
Das Violoncello ist ein größeres Streichinstrument mit tiefem Korpus und vier Saiten, das aufrecht zwischen den Knien gespielt wird und in späterer Zeit durch einen Stachel gestützt wird. Es besteht aus fein gearbeitetem Holz und besitzt f-förmige Schalllöcher. Das Instrument erzeugt einen reichen, warmen und resonanten Klang. Es wurde in Orchestern, in der Kammermusik und in der Kirchenmusik verwendet und übernimmt sowohl melodische als auch Bassfunktionen.
Kontrabass
Der Kontrabass ist das größte Mitglied der Violinfamilie mit hohem Holzkorpus, langem Hals und vier oder manchmal drei Saiten. Er wird im Stehen oder Sitzen gespielt, entweder mit dem Bogen oder durch Zupfen der Saiten. Das Instrument erzeugt einen tiefen, kraftvollen und sonoren Klang. Er wurde in Orchestern, in der Kirchenmusik und in Ensembles eingesetzt, um das Bassfundament zu bilden.
Viola da gamba (Gambe)
Die Gambe ist ein älterer Typ eines Streichinstruments mit flachem Boden, schrägen Schultern und meist sechs oder sieben Saiten, oft mit Bünden versehen. Sie wird zwischen den Beinen gehalten und mit einem Bogen gespielt. Das Instrument erzeugt einen weichen, feinen und leicht verhüllten Klang. Sie war im 17. Jahrhundert in der höfischen und kammermusikalischen Praxis weit verbreitet, verlor jedoch im 18. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung zugunsten der Violinfamilie.
Zupfinstrumente
Laute
Die Laute ist ein Zupfinstrument mit gewölbtem Rücken, kurzem Hals und mehreren doppelt geführten Saiten (Chören). Sie besitzt eine dekorative, in die Resonanzdecke geschnitzte Rosette. Das Instrument erzeugt einen sanften, intimen und resonanten Klang. Sie war im 17. Jahrhundert weit verbreitet für Solospiel, Begleitung und höfische Unterhaltung, verlor jedoch in späterer Zeit an Bedeutung.
Harfe
Die Harfe besteht aus einem dreieckigen Holzrahmen mit zahlreichen Saiten, die zwischen Resonanzdecke und Hals gespannt sind. Frühere Harfen hatten nur begrenzte Möglichkeiten der Tonveränderung, während spätere Entwicklungen komplexere Mechaniken einführten. Das Instrument erzeugt einen klaren, schimmernden und resonanten Klang. Sie wurde in der höfischen Musik, in der Kirche und später im Orchester verwendet.
Gitarre (frühe Formen)
Die frühe Gitarre ist ein kleineres Holzinstrument mit flachem, tailliertem Korpus und meist fünf oder sechs Saiten. Sie wird mit den Fingern gezupft oder angeschlagen. Das Instrument erzeugt einen leichten, klaren und rhythmischen Klang. Sie wurde in der Hausmusik, zur Begleitung und in der populären Musik verwendet, besonders ab dem späten 18. Jahrhundert.
Zister und verwandte Instrumente
Die Zister und ähnliche Instrumente sind flach gebaute Zupfinstrumente mit Metallsaiten und vergleichsweise einfacher Konstruktion. Sie werden mit einem Plektrum gespielt. Das Instrument erzeugt einen hellen, klingenden Klang. Sie wurden vor allem in informellen Zusammenhängen wie Wirtshäusern und im häuslichen Bereich verwendet, insbesondere in früherer Zeit.
Tasten-Saiteninstrumente
Cembalo
Das Cembalo ist ein Tasteninstrument, bei dem die Saiten durch kleine Kielchen gezupft werden, wenn die Tasten gedrückt werden. Es besitzt ein Holzgehäuse und eine oder mehrere Klaviaturen. Das Instrument erzeugt einen hellen, klaren und artikulierten Klang mit begrenzter dynamischer Variation. Es war im 17. und frühen 18. Jahrhundert weit verbreitet in Hof-, Kirchen- und Kammermusik.
Clavichord
Das Clavichord ist ein kleines Tasteninstrument, bei dem die Saiten durch Metallzungen (Tangenten) angeschlagen werden, die während des Tastendrucks in Kontakt mit den Saiten bleiben. Es besitzt ein einfaches rechteckiges Holzgehäuse. Das Instrument erzeugt einen sehr leisen, intimen und ausdrucksvollen Klang mit feinen dynamischen Nuancen. Es wurde vor allem zum Üben und für den privaten Gebrauch verwendet.
Fortepiano (frühes Klavier)
Das Fortepiano ist eine frühe Form des Klaviers, bei dem die Saiten durch Hämmer angeschlagen werden, wodurch eine dynamische Abstufung je nach Anschlag möglich ist. Es besitzt eine leichtere Bauweise als das moderne Klavier. Das Instrument erzeugt einen klaren, ansprechenden und mäßig resonanten Klang. Es gewann ab dem späten 18. Jahrhundert in höfischen, bürgerlichen und konzertanten Zusammenhängen zunehmend an Bedeutung.
Volks- und ländliche Saiteninstrumente
Zither
Die Zither ist ein flaches Holzinstrument mit zahlreichen über die Oberfläche gespannten Saiten, von denen einige für die Melodie und andere für die Begleitung bestimmt sind. Sie wird auf einen Tisch oder auf den Schoß gelegt und mit den Fingern oder einem Plektrum gezupft. Das Instrument erzeugt einen feinen, klingenden und melodischen Klang. Sie war in alpinen und ländlichen Traditionen sowie in der Hausmusik weit verbreitet.
Fiedel (regionale Violinentraditionen)
Die Fiedel ist im Wesentlichen eine in der Volksmusik verwendete Violine, oft mit regionalen Varianten in Bauweise und Spieltechnik. Sie wird mit einem Bogen gespielt und unter dem Kinn gehalten. Das Instrument erzeugt einen lebhaften, direkten und rhythmischen Klang. Sie wurde bei Tänzen, Festen und in lokalen musikalischen Traditionen verwendet.
Sozialer und musikalischer Kontext
Im Zeitraum vom 17. bis zum 19. Jahrhundert erfüllten Saiteninstrumente eine Vielzahl von Funktionen. Sie bildeten den Kern von Orchestern und Kammerensembles in höfischen und städtischen Kontexten, unterstützten die liturgische Musik in Kirchen und dienten der Unterhaltung in häuslichen und ländlichen Umgebungen.
Während sich die Violinfamilie im professionellen Musikleben zunehmend durchsetzte, verloren ältere Instrumente wie die Gambe und die Laute an Bedeutung, und neue Instrumente wie das Fortepiano traten hervor. Dies spiegelt umfassendere Veränderungen im musikalischen Geschmack, in der Technik und im gesellschaftlichen Leben der österreichischen Regionen, einschließlich Kärntens, wider.