Die Gelübde einer Dominikanerin
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Ein Leben in Gottes Dienst
Dominikanerinnen weihen ihr Leben ganz Gott, indem sie drei feierliche Gelübde ablegen – Armut, Keuschheit und Gehorsam. Mit diesen Versprechen entscheiden sie sich für ein Leben in Einfachheit, Gebet und Gemeinschaft, im Geiste des heiligen Dominikus und der Ideale des Predigerordens.
Armut
Mit dem Gelübde der Armut verzichten die Nonnen auf persönlichen Besitz und leben in gemeinschaftlicher Schlichtheit. Alles, was sie besitzen, gehört der Gemeinschaft. So vertrauen sie auf Gottes Vorsehung und bleiben frei von materiellen Bindungen.
Keuschheit
Das Gelübde der Keuschheit drückt ihre tiefe Liebe zu Christus und ihre Hingabe an Gott aus. Es ermöglicht ihnen, ihr Herz ganz dem Gebet, dem Studium und dem geistlichen Dienst an anderen zu widmen.
Gehorsam
Durch das Gelübde des Gehorsams versprechen die Nonnen, der Leitung ihrer Priorin und der Regel des Ordens zu folgen. Dieses Gelübde hilft ihnen, in Demut, Vertrauen und Eintracht zu wachsen und in allem den Willen Gottes zu suchen.
Der dominikanische Lebensweg
Diese Gelübde prägen gemeinsam ein Leben der Betrachtung, der Wahrheit und des stillen Dienstes. Im Kloster beten die Nonnen für die Welt, studieren die Heilige Schrift und stärken einander im Glauben. Ihr Leben verkörpert den Ruf des heiligen Dominikus: zu loben, zu segnen und zu verkünden.



Die Ordenstracht einer Dominikanerin
Schleier
Der schwarze Schleier mit feinem weißen Saum wird über dem Kopfputz getragen und steht für die Abkehr der Nonne von der Welt sowie ihre vollkommene Hingabe an Gott. Novizinnen tragen einen weißen Schleier, bis sie ihre feierlichen Gelübde ablegen.
Kopfputz
Diese weiße Kopfbedeckung besteht aus einer Baumwollhaube und einem Hals- und Wangenband (Kinnschleier), die das Gesicht einrahmen und Kopf, Hals und Wangen bedecken. Sie steht für Bescheidenheit und Demut.
Tunika
Die lange, fließende weiße Tunika bildet das Hauptkleidungsstück der Ordenstracht. Ihre Schlichtheit symbolisiert Reinheit und das Bekenntnis der Nonne zu einem Leben des Dienstes und der Hingabe.
Skapulier
Das über der Tunika getragene Skapulier ist ein langes weißes Stoffstück, das von den Schultern über die Vorder- und Rückseite fällt. Der Dominikanischen Überlieferung zufolge wurde es dem Orden von der Jungfrau Maria als Zeichen ihres Schutzes geschenkt.
Zingulum (Gürtel)
Ein schlichter Ledergürtel wird um die Taille getragen, um die Ordenstracht zu befestigen. Für die Dominikanerinnen symbolisiert er das Gelübde der Keuschheit.
Rosenkranz
Ein vollständiger Rosenkranz mit fünfzehn Gesätzen hängt gut sichtbar auf der linken Seite am Gürtel. Er erinnert die Nonnen beständig an das Gebet und an die geistige Betrachtung.
Kukulle (Mantel)
Zu feierlichen Anlässen wird über der Tunika und dem Skapulier ein langer schwarzer Mantel getragen. Er steht für Buße und das kontemplative Element des dominikanischen Lebens.