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Temperamalerei in der Romanik und Gotik Kärntens

Lesezeit: 1:30 Min.

Tempera war die wichtigste Maltechnik, bevor sich die Ölmalerei allgemein durchsetzte.

Die Künstler mischten Pigmente mit Eigelb, um leuchtende und haltbare Farben zu erzeugen.

Die Temperamischung trocknete rasch, wodurch sie sich besonders für Holztafeln, kleinere Altäre, Triptychen und illuminierte Handschriften eignete, jedoch nicht für die direkte Malerei auf Wänden.

Die Wände in Kärntner Kirchen und Kapellen wurden meist mit Fresken geschmückt, bei denen die Farbpigmente auf feuchten Putz aufgetragen wurden.

Romanik in Kärnten
(ca. 1000–1200)

Romanische Malereien waren kraftvoll und symbolhaft.

Die Figuren waren häufig frontal dargestellt, mit starken Umrisslinien und flächiger Farbgebung.

Tempera wurde in ganz Kärnten für Altarfrontale, Andachtsbilder und kleinere Objekte verwendet und ermöglichte es den Künstlern, heilige Geschichten klar und in leuchtenden Farben zu erzählen.

Gotik in Kärnten
(ca. 1200–1500)

Gotische Künstler führten weichere Gesichtsausdrücke, fließende Gewänder und natürlichere Bewegungen ein.

Religiöse Szenen wurden detailreicher und ausdrucksstärker.

Kärntner Künstler standen unter dem Einfluss benachbarter mitteleuropäischer Werkstätten, in denen fein gemalte Temperatafeln, Triptychen, kleine Andachtsobjekte und Handschriften Kirchen und Privatkapellen schmückten.

Übergang von der Tempera- zur Ölmalerei

Romanik
ca. 1000–1200
Fresken dominierten; Tempera spielte eine begrenzte Rolle

Zwischen etwa 1000 und 1200 war die Temperamalerei in Westeuropa bekannt, hatte jedoch nur eine eingeschränkte Bedeutung.

Fresken und andere Formen der Wanddekoration bestimmten in dieser Zeit die kirchliche Kunst.

Tempera bestand neben Techniken wie Fresko und Mosaik in der Ausstattung der Kirchen.

Gotik
ca. 1200–1500
Tempera – führende Technik der Tafelmalerei

Von etwa 1200 bis 1500 entwickelte sich die Temperamalerei in Kärnten und in weiten Teilen Westeuropas zur führenden Technik der Tafelmalerei und wurde häufig für Altäre und Andachtsbilder eingesetzt.

Viele erhaltene gotische Tafeln dieser Zeit sind in Eitempera ausgeführt, einem rasch trocknenden Medium, das sich besonders für detailreiche Arbeiten auf Holz eignete.

Renaissance
ca. 1400–1600
Allmählicher Übergang von Tempera zu Öl

Zwischen etwa 1400 und 1600 vollzog sich ein schrittweiser Übergang von der Tempera- zur Ölmalerei.

Im 15. Jahrhundert wurde die Ölmalerei technisch vervollkommnet und zunehmend übernommen, da sie größere Flexibilität, reichere Farbübergänge und feinere Wirkungen ermöglichte.

Um 1500 hatte die Ölmalerei die Tempera in Europa weitgehend als wichtigstes Malmittel abgelöst.