Fenster mit tief ausgebildeter Laibung
(Zweites Obergeschoss, Westwand)
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Architektonische Beschreibung
Dieses rechteckige Fenster ist tief in das massive Mauerwerk des Turmes eingelassen und verdeutlicht die außergewöhnliche Wandstärke des mittelalterlichen Bauwerks.
Die Seiten der Öffnung (sogenannte Innenlaibungen) weiten sich vom Fensterrahmen zur inneren Wandfläche hin auf und lassen dadurch mehr Tageslicht in den Innenraum eindringen.
Fensterrahmen und Verglasung sind spätere Ergänzungen.
Am unteren Ende befindet sich eine breite Fensterbank innerhalb der Laibung. Diese flache Steinschwelle diente sowohl als Ablagefläche als auch als Ort der Andacht.
Architektonische Entwicklung
Die starke Wanddicke und die tiefen Fenstereinschnitte sind typisch für mittelalterliche Wehr- und Sakralarchitektur.
Ursprünglich waren solche Öffnungen schmale Schießscharten oder Schlitzfenster, die zum Abschuss von Pfeilen oder Bolzen dienten. Sie ermöglichten zudem die Belüftung der Geschosse und ließen nur begrenzt Licht einfallen.
Als sich die Funktion des Turmes von der Verteidigung hin zu religiöser Nutzung wandelte, wurden diese schmalen Öffnungen zu rechteckigen Fenstern erweitert. Die innere Vertiefung blieb zur statischen Stabilität und zur besseren Belichtung des Kapellenraumes erhalten.
Ein gerahmtes Fenster mit Glasfüllungen wurde später eingefügt. Dies spiegelt den Wandel der architektonischen Prioritäten wider – von der Befestigung hin zu mehr Wohnkomfort und Helligkeit.


Steinbank
Dies ist die waagerechte Ablage am unteren Ende der Fensteröffnung. Sie besteht aus Stein und trägt den Fensterrahmen.
Gewölbte Laibung (Soffitte)
Dies ist die Unterseite des bogenförmigen oberen Teils der Fensteröffnung.
Innenlaibung
Dies sind die schräg verlaufenden Flächen, die sich von der Fensteröffnung in den Innenraum erstrecken. Sie lenken das Tageslicht nach innen.
Innengewände
Dies ist der unmittelbar den Fensterrahmen umgebende Wandbereich.


