Skip to content

Jüdischer Grabstein 1

Lesezeit: 1:35 min

Beschreibung des Grabsteins

Dieses Fragment eines mittelalterlichen jüdischen Grabsteins trägt eine hebräische Inschrift.

Die Inschrift beginnt mit der traditionellen Formel „Hier ruht“ und endet mit dem Segensspruch „Möge seine Seele im Bund des ewigen Lebens eingebunden sein“.

Die Schriftzeichen sind in ein vertieftes Inschriftenfeld eingemeißelt, das von einer schlichten, erhabenen Rahmenleiste eingefasst wird.

Datierung

13.–14. Jahrhundert

Verwendete Technik

Der Grabstein wurde mit einem vertieften Inschriftenfeld (Tiefrelief) gefertigt und mit eingeschnittener hebräischer Schrift versehen.

Erhaltungszustand des Grabsteins

Der Stein ist nur fragmentarisch erhalten.

Die Oberfläche ist verwittert, und der Grabstein ist im mittleren Bereich waagrecht gebrochen.

Beschreibung dieses Exponats

Dieser jüdische Grabstein gehört Ascher, dem Sohn des Isak.

Er stammt vom 11. September 1399 nach christlicher Zeitrechnung.

Inschrift auf dem Grabstein
Transkription | Transliteration | Übersetzung

Transkription (Hebräisch)
פ״נ
איש חי ורב
מאיר בן אשר
ישר באורחיו
יצחק שוכן
לעולמים
תנצב״ה

Transliteration
Po nitman
’ish chai ve-rav
Me’ir ben Asher
yashar be-or’khav
Yitzchak shokhen
le-‘olamim
tehi nafsho tzerurah ba-tzror ha-chayim

Übersetzung Deutsch
Hier ruht
ein rechtschaffener und geachteter Mann,
Meir, Sohn des Ascher,
redlich in seinem Wandel.
Möge Isaak in Ewigkeit wohnen,
und möge seine Seele im Bund
des ewigen Lebens eingebunden sein.

Die Transkription gibt den auf dem Stein eingemeißelten Text in hebräischen Schriftzeichen exakt wieder.

Die Transliteration gibt denselben Text phonetisch in lateinischen Buchstaben wieder, sodass er auch von Personen gelesen oder ausgesprochen werden kann, die mit der hebräischen Schrift nicht vertraut sind.

Die Übersetzung gibt die Bedeutung des Textes in modernem Deutsch oder Englisch wieder.

Jüdische Grabsteine
Allgemeine Informationen

Form und Inschrift

Jüdische Grabsteine zeichnen sich durch würdevolle Schlichtheit und tiefsinnige Symbolik aus.

Sie wurden traditionell aus beständigen Materialien wie Kalkstein oder Granit gefertigt und aufrecht am Kopf des Grabes aufgestellt.

Die hebräischen Inschriften nannten in der Regel den Namen des Verstorbenen, den Namen des Vaters, das Sterbedatum sowie einen kurzen Segensspruch für den ewigen Frieden.

Symbolik und Bedeutung

Zu den häufigsten Symbolen zählen der Davidstern, der siebenarmige Leuchter (Menora) sowie segnend erhobene Hände – ein Zeichen für Nachkommen der Priesterfamilien (Kohanim).

Krüge verweisen auf die Leviten, die im Tempeldienst tätig waren.

In verschiedenen Regionen beeinflussten örtliche Kunsttraditionen die Form und Verzierung, doch das jüdische Religionsgesetz lehnte übermäßige Ausschmückung oder figürliche Darstellungen ab.

Ausrichtung und Heiligkeit

Die Grabsteine waren nach Osten, in Richtung Jerusalem, ausgerichtet und der Friedhof galt als heiliger Ort – eine Stätte ewiger Ruhe, die unverändert und mit höchstem Respekt bewahrt wurde.