Jüdischer Grabstein 2
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Beschreibung
Dieses Fragment eines mittelalterlichen jüdischen Grabsteins trägt eine hebräische Inschrift, die in ein vertieftes Inschriftenfeld eingemeißelt ist und von einer schlichten, erhabenen Rahmenleiste eingefasst wird.
Die Inschrift beginnt mit der traditionellen Formel „Hier ruht“ und endet mit dem Segensspruch „Möge seine Seele im Bund des ewigen Lebens eingebunden sein“. Der Text beschreibt den Verstorbenen als einen treuen und rechtschaffenen Mann und vermerkt, dass er am Neumond, am Sabbat, verstorben ist.
Datierung
13.–14. Jahrhundert
Technik
Der Grabstein wurde mit einem vertieften Inschriftenfeld (Tiefrelief) gefertigt, das eingeschnittene hebräische Schriftzeichen enthält.
Erhaltungszustand
Der Stein ist nur fragmentarisch erhalten. Die obere rechte Ecke ist abgebrochen, und die Oberfläche weist deutliche Verwitterungsspuren auf.

Inschrift auf dem Grabstein
Transkription | Transliteration | Übersetzung
Transkription (Hebräisch)
פ״נ
איש ונאמן
בכל עמל
וימי מרחק
בן הנכבד
בראש חדש
שבת שלום
תנצב״ה
Transliteration
Po nitman
’ish ve-ne’eman
be-khol ‘amal
ve-yemei mirchak
ben ha-nikhbad
be-rosh chodesh
Shabbat shalom
tehi nafsho tzerurah ba-tzror ha-chayim
Übersetzung Deutsch
Hier ruht
ein treuer und rechtschaffener Mann,
standhaft in all seiner Arbeit,
ein Mann von Ansehen.
Er verschied am Neumond,
am Sabbat des Friedens.
Möge seine Seele im Bund des ewigen Lebens eingebunden sein.
Die Transkription gibt den auf dem Stein eingemeißelten Text in hebräischen Schriftzeichen exakt wieder.
Die Transliteration gibt denselben Text phonetisch in lateinischen Buchstaben wieder, sodass er auch von Personen gelesen oder ausgesprochen werden kann, die mit der hebräischen Schrift nicht vertraut sind.
Die Übersetzung gibt die Bedeutung des Textes in modernem Deutsch oder Englisch wieder.
Jüdische Grabsteine
Allgemeine Informationen
Form und Inschrift
Jüdische Grabsteine zeichnen sich durch würdevolle Schlichtheit und tiefsinnige Symbolik aus.
Sie wurden traditionell aus beständigen Materialien wie Kalkstein oder Granit gefertigt und aufrecht am Kopf des Grabes aufgestellt.
Die hebräischen Inschriften nannten in der Regel den Namen des Verstorbenen, den Namen des Vaters, das Sterbedatum sowie einen kurzen Segensspruch für den ewigen Frieden.
Symbolik und Bedeutung
Zu den häufigsten Symbolen zählen der Davidstern, der siebenarmige Leuchter (Menora) sowie segnend erhobene Hände – ein Zeichen für Nachkommen der Priesterfamilien (Kohanim).
Krüge verweisen auf die Leviten, die im Tempeldienst tätig waren.
In verschiedenen Regionen beeinflussten örtliche Kunsttraditionen die Form und Verzierung, doch das jüdische Religionsgesetz lehnte übermäßige Ausschmückung oder figürliche Darstellungen ab.
Ausrichtung und Heiligkeit
Die Grabsteine waren nach Osten, in Richtung Jerusalem, ausgerichtet und der Friedhof galt als heiliger Ort – eine Stätte ewiger Ruhe, die unverändert und mit höchstem Respekt bewahrt wurde.