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Acht Illustrationen von Bauwerken in Friesach

Lesezeit: 2:10 min

Historische Illustrationen, Kupferstiche und Lithografien liefern entscheidende visuelle Belege für die ursprüngliche Form und den architektonischen Charakter historischer Bauwerke. Sie dokumentieren verlorene oder veränderte Bauteile und liefern verlässliche Hinweise auf Proportionen, Materialien und dekorative Elemente. Durch die Darstellung des Bauwerks in seinem früheren Umfeld ermöglichen sie ein präzises Verständnis des historischen Kontextes und der damaligen Nutzung.

Im Vergleich mit archäologischen Befunden, Archivalien und frühen Fotografien tragen sie zur Klärung von Bauphasen und stilistischen Entwicklungen bei. Damit sind sie unverzichtbare Hilfsmittel für Denkmalpflege, Restaurierung und wissenschaftliche Forschung.

Befestigte Kirche am Virgilienberg

Die beschriftete Illustration zeigt deutlich die Unterscheidung zwischen dem Chor und dem Langhaus. Das Dach des Chors ist höher als jenes des Langhauses.

Auch die einst die Kirche schützenden Wehranlagen sind dargestellt.

Besonders auffallend sind die hohen gotischen Fenster, und die Abbildung vermittelt anschaulich das ursprüngliche Erscheinungsbild des Bauwerks.

Heute sind nur mehr die Ruinen der Kirche erhalten.

Triumphbogen | Ruinen am Virgilienberg

Der endgültige Verfall der Kirche am Virgilienberg setzte nach dem letzten Brand im Jahr 1816 ein.

Der auf dieser Abbildung gezeigte Triumphbogen stürzte 1926 ein.

Heute bestehen die Überreste der Virgilienbergkirche aus:
– Teilen der Apsiswand mit erhaltenen gotischen Fenstergewänden und deren Maßwerk
Strebepfeilern, die die Apsiswand abstützen.

Olsator (Befestigter Torturm)

Diese beschriftete Abbildung zeigt die Wehrmerkmale, welche den östlichen Abschnitt der Ringmauer sicherten.

Wer sich den Befestigungsanlagen näherte, musste mehrere aufeinanderfolgende Verteidigungsbarrieren durchqueren, sich dabei vom äußeren Bereich zu den inneren Strukturen vorarbeitend, wie folgt:
– äußere Grabenmauer
– wassergefüllter Graben
– äußere Zwingermauer
– Zwinger
– Ringmauer und der Torturm Olsator.

Olsatorbrücke

Die steinerne Bogenbrücke des Olsators überspannt den östlichen Abschnitt des Grabens.

Diese beschriftete Abbildung zeigt einen kräftigen Pfeiler.

Der Schlussstein des rundbogigen Gewölbes ist deutlich zu erkennen.

Der wassergefüllte Graben spielte eine wesentliche Rolle bei der Verteidigung des mittelalterlichen Friesach.

Ruinen des Rotturms

Der Rotturm war Teil der Stadtbefestigungen von Friesach.

Er wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts im Zuge der Verstärkung der westlichen Wehrmauer und Befestigungsanlagen errichtet.

Der Rotturm stand an jener Stelle, von der aus König Ottokar 1263 die Stadt eroberte. Ursprünglich bestand die Anlage aus vier Wehrtürmen und einer Ringmauer.

Reste von drei Türmen sowie Teile der Ringmauer sind erhalten geblieben.

Burg Lavant

Die Diözese Lavant wurde im Jahr 1228 gegründet. Die Lavanttaler Bischöfe waren treue Vasallen des Erzbischofs von Salzburg. Die Burg Lavant wurde 1293 erstmals urkundlich erwähnt.

Im 14. Jahrhundert residierten die Lavanttaler Bischöfe überwiegend in Friesach und führten sämtliche Geschäfte im Auftrag Salzburgs.

1561 ließ Bischof Martin Herkules Rettinger die Burg Lavant neu errichten. Sein Wappen, gemeinsam mit der Jahreszahl, ist über dem Eingang zum äußeren Burghof zu sehen.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Burg von Pflegern verwaltet. Nach dem Stadtbrand von 1673 wurde sie nicht wiederaufgebaut.

Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz.

Burg Geiersberg

Die Geiersburg wurde erstmals 1271 urkundlich erwähnt.

Burg Geiersberg steht auf einer Anhöhe nördlich der mittelalterlichen Stadt. Der Bergfried war zu Beginn des 13. Jahrhunderts in die damalige Stadtmauer integriert.

Im 14. Jahrhundert wurde die Annakapelle im Obergeschoß eines Torturms der Ringmauer errichtet.

Burg Geiersberg hatte zahlreiche Lehensinhaber. Nach einem Brand im Jahr 1690 wurde sie instand gesetzt.

Danach kam es zu häufigen Besitzerwechseln. Von 1750 bis 1911 blieb die Burg unbewohnbar. Im Jahr 1911 erfolgte eine umfassende Restaurierung.

Der heutige Wohntrakt, der an den romanischen Bergfried anschließt, ist ein Neubau in historisierender Form.

Die gesamte Burganlage befindet sich in Privatbesitz.

Befestigte Stadtmauer (Südabschnitt)

Diese Abbildung zeigt den südlichen Abschnitt des Grabens und der Zwingermauer.

Die Zinnen der Zwingermauer weisen deutlich ausgeprägte Zinnenöffnungen und Merlons auf.

Der breite Zwinger zwischen der Zwingermauer und der Ringmauer war für angreifende Feinde eine tödliche Falle.

An der Ringmauer sind einige Merkmale späterer Umnutzungen erkennbar.