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Lageplan der Freskofragmente in der Rupertikapelle
(Grundriss vs. Motive)

Lesezeit: 2:00 min

Die erhaltenen Freskofragmente in der Rupertikapelle geben Einblick in einen sorgfältig konzipierten romanischen Freskenzyklus, der die Geschichte Christi erzählen und zentrale christliche Glaubensinhalte vermitteln sollte. Obwohl ein Großteil der ursprünglichen Ausmalung verloren ist, bleibt die Anordnung der Bildthemen noch klar erkennbar.

Westwand | Freskofragmente
Ursprüngliches Motiv | Maria als Thron Salomos

Hinter den Besucherinnen und Besuchern beim Betreten bewahrt die Westwand heute Fragmente eines beschädigten Freskos.

Das ursprüngliche, unversehrte Bild zeigte Maria als Thron Salomos. Maria wurde als lebendiger Thron Christi dargestellt, der die göttliche Weisheit verkörpert.

Dieses ehemals vollständig erhaltene Fresko führte die Themen von Prophezeiung und Erfüllung ein, indem es das Alte Testament mit dem Leben Christi verband. Es setzte einen geistlichen Schwerpunkt für die Besucherinnen und Besucher zu Beginn ihres Weges durch die mittelalterliche Kapelle.

Ostwand | Freskofragmente
Ursprüngliche Motive | Heiliger Virgil und Heiliger Rupert

Die Ostwand bildete ursprünglich den liturgischen Schwerpunkt der Kapelle.
Ein später eingefügtes, zentral gelegenes frühgotisches Fenster durchbrach die Wand und ersetzte dabei einen Teil eines älteren romanischen Freskenprogramms im Bereich des Altars.

Heute sind links vom gotischen Fenster Reste des heiligen Virgil und rechts jene des heiligen Rupert zu erkennen.

Als Bischöfe und Patrone von Salzburg und Kärnten unterstreichen sie die regionale und kirchliche Bedeutung der Kapelle und verbinden die Rupertikapelle in Friesach mit der christlichen Tradition Salzburgs.

Nordwand (westliches Joch) | Freskofragmente
Ursprüngliches Motiv | Geburt Christi

Im westlichen Joch der Nordwand haben sich Reste von Darstellungen der Geburt Christi erhalten, die den Beginn des Freskenzyklus markieren.

Die Geburt Christi steht für den Anfang des Heilsgeschehens und eröffnet die Erzählung, die sich entlang der Wände der Kapelle entfaltet.

Nordwand (östliches Joch) | Freskofragmente
Ursprüngliches Motiv | Einzug Christi in Jerusalem

Das östliche Joch der Nordwand bewahrt Fragmente eines ehemaligen Freskos mit der Darstellung des Einzugs Christi in Jerusalem. Dieses Motiv kennzeichnet einen entscheidenden Übergang von Christi öffentlichem Wirken zur Passion.

Südwand (westliches Joch) | Freskofragmente
Ursprüngliches Motiv | Das Letzte Abendmahl

Die Freskofragmente an der Südwand gehörten vermutlich zu einer früheren Darstellung des Letzten Abendmahls, der letzten Mahlzeit, die Jesus mit seinen Jüngern hielt.

Diese zentrale Szene des christlichen Glaubens verweist auf die Eucharistie und auf Christi Passion.

Südwand (östliches Joch) | Nicht eindeutig identifizierbare Freskofragmente
Wahrscheinliche Motive | Fußwaschung; Christus im Garten Getsemani; der Verrat; die Kreuzigung

Im östlichen Joch der Südwand sind nur noch Fragmente erhalten, sodass das ursprüngliche Bildthema nicht eindeutig bestimmbar ist. Aufgrund der benachbarten Darstellungen ist jedoch anzunehmen, dass hier eine Szene aus der Passion Christi dargestellt war.
Mögliche Motive sind die Fußwaschung, Christus im Garten Getsemani, der Verrat oder die Kreuzigung. Jede dieser Szenen hätte die Bildfolge in Richtung von Christi Tod weitergeführt.

In Verbindung mit dem Letzten Abendmahl hätte eine solche Darstellung die Opfertheologie des Zyklus vertieft und die Passionsabfolge inhaltlich vervollständigt.