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Gotische Holztruhe für liturgische Gewänder

Lesezeit: 2:00 min

Einleitung

Diese langgestreckte gotische Truhe aus massivem Eichenholz wurde zur Aufbewahrung und zum Schutz liturgischer Gewänder und kirchlicher Textilien gefertigt. Der quaderförmige Korpus ruht auf stabilen Blockfüßen, die sowohl Standfestigkeit als auch optische Schwere verleihen.

Holztruhen dieser Art wurden durch schmiedeeiserne Beschläge verstärkt, die über den Deckel und die Seiten verliefen und mit handgeschmiedeten Nieten befestigt waren. Diese eisernen Bänder erhöhten nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Verzug und Abnutzung, sondern erfüllten auch eine dekorative Funktion, indem sie rhythmische Muster bildeten, wie sie für die Metallkunst des Spätmittelalters typisch sind.

Der Klappdeckel ließ sich öffnen und gab den Blick auf ein geräumiges Inneres frei. Die kostbaren Stoffe wurden durch ein Leinenfutter oder eine leichte Behandlung des Holzes vor Feuchtigkeit und Schädlingen geschützt.

Eine schwere Eisenplatte mit Haspel- und Schlossmechanismus sicherte die liturgischen Gewänder.

Solche Truhen waren in Sakristeien und Klosterschätzen der Gotik weit verbreitet und verbanden praktische Haltbarkeit mit schlichter, kirchlicher Eleganz.

Sechs Flächen

Die quaderförmige Holztruhe besitzt sechs Flächen. Drei sind sichtbar, drei liegen außerhalb unseres Blickfelds.

Obere Fläche | Sichtbar | Deckelfläche
Untere Fläche | Nicht sichtbar
Vordere Fläche | Sichtbar
Hintere Fläche | Nicht sichtbar | An der Wand
Linke Fläche | Nicht sichtbar
Rechte Fläche | Sichtbar

Schmiedeeiserne Beschläge

Die massiven Eichenholzbretter der Truhe werden durch schmiedeeiserne Bänder verstärkt.

Eisenbänder auf dem Deckel (oberer Fläche):
Mit Nieten befestigte Eisenbänder verlaufen quer über den Deckel.

Eisenbänder auf der Vorderseite:
Eisenbänder sind senkrecht auf der Vorderseite angebracht.

Eisenbänder auf der rechten Seite:
Eisenbänder sind waagrecht auf der rechten Seite angebracht.

Nieten

Handgeschmiedete Nieten befestigen die Eisenbänder an den massiven Eichenholzplatten.

Haspel- und Schlossmechanismus

Beschreibung

Die Haspel ist ein langes, gelenkig befestigtes Eisenband, das am Deckel der Truhe angebracht ist. Es wird nach unten geschwenkt und deckt die auf der Vorderseite montierte Schlossplatte ab.

Die Schlossplatte ist aufwendig geformt und mit eingravierten und ausgeschnittenen Ornamenten verziert – ein Kennzeichen gotischer Schmiedekunst.

Unter der Platte befinden sich das eingearbeitete Schlüsselloch und ein innerer Feder- oder Riegelmechanismus. Wird der Schlüssel gedreht, zieht eine Feder oder ein Hebel den Riegel zurück und gibt die Haspel frei.

Das Ende der Haspel greift direkt in den Schlossriegel ein, nicht in einen separaten Bügel – ein integriertes System, das häufig bei sicheren Reise- oder Kirchtruhen verwendet wurde.

Genietete Beschläge verstärken sowohl Deckel als auch Vorderseite und zeugen von praktischem handwerklichem Können ebenso wie von dekorativer Gestaltung.

Funktion

Im geschlossenen Zustand fällt die Haspel in einen Schlitz der Schlossplatte und wird durch einen inneren Riegel festgehalten. Durch Drehen des Schlüssels wird der Riegel zurückgezogen, die Haspel gelöst und der Deckel kann geöffnet werden.

Zusammenfassung

Diese Art von innenliegendem, schlüsselbetätigtem Haspelschloss bot eine robuste und kompakte Sicherheitslösung für gotische Truhen und vereinte dekoratives Schmiedeeisen mit funktionaler Beständigkeit.