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Zunftzeichen

Lesezeit: 1:18 min

Kurze Geschichte der Zunftzeichen in Europa

Zunftzeichen haben ihren Ursprung im späten Mittelalter, als sich Handel und Handwerk in europäischen Städten und Gemeinden unter dem System der Zünfte organisierten. Ab dem 12. Jahrhundert regelten diese Vereinigungen die Qualität, Ausbildung und den Handel innerhalb jedes Handwerks.

Da die Lesefähigkeit damals noch gering war, verwendeten Handwerker und Kaufleute bildhafte Symbole, um ihr Gewerbe zu kennzeichnen. Diese Zeichen wurden an Werkstätten, Herbergen und Zunfthäusern angebracht – geschnitzt aus Holz oder Stein, gemalt auf Tafeln oder geschmiedet aus Eisen.

Im 14. und 15. Jahrhundert waren Zunftzeichen fester Bestandteil des städtischen Lebens und halfen Kunden, sich in den belebten Marktgassen zurechtzufinden. Jedes Symbol war zugleich praktisch und sinnbildlich und drückte beruflichen Stolz sowie die Zugehörigkeit zur Zunft aus.

Mit dem Niedergang des Zunftwesens im 18. und 19. Jahrhundert verschwanden viele dieser Zeichen, doch einige blieben als Teil des europäischen Bau- und Kunsthandwerks erhalten. Heute sind erhaltene oder restaurierte Zunftzeichen sichtbare Zeugnisse einer reichen handwerklichen und bürgerlichen Tradition.

Zunftzeichen

Innungszeichen der Schlosser

Das Innungszeichen der Schlosser trägt die Initialen I.B. und stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Innungszeichen der Nagelschmiede

Das Innungszeichen der Nagelschmiede besteht aus Eisenblech und ist bunt bemalt. Es zeigt das Herz Jesu mit drei Nägeln und ist auf 1865 datiert.

Gemeinschaftsinnungszeichen der Tischler, Drechsler, Schlosser, Büchsen- und Uhrmacher

Das Gemeinschaftsinnungszeichen der Tischler, Drechsler, Schlosser, Büchsen- und Uhrmacher besteht aus Eisenblech und ist beidseitig bunt bemalt.

Es trägt die Aufschriften Johann Nep. Witta, Obervorsteher und Matthias Hayd, Untervorsteher und ist auf 1852 datiert.

Innungszeichen der Maurer

Das Innungszeichen der Maurer ist aus Eisenblech gefertigt und zeigt ein bunt bemaltes ovales Medaillon mit den Werkzeugen der Innung und der Aufschrift Die Ersame Maurer Ihnung zu Friesach.

In der Mitte ist die Figur des Heiligen Rochus mit der Inschrift Heiliger Rochele bitt für uns dargestellt. Das Stück stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.