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Eine Stadt der Kirchen und Klöster

Lesezeit: 1:14 min

Das mittelalterliche Friesach zeichnete sich durch eine außergewöhnlich große Zahl an Kirchen, Klöstern und geistlichen Stiftungen aus, die eine entscheidende Rolle in der Entwicklung und Identität der Stadt spielten.

Frühe kirchliche Stiftungen

Zu den ersten religiösen Einrichtungen in Friesach gehörten die Pfründen von St. Bartlmã (1187–1215) und Virgilienberg (1232).

Im Laufe der Zeit entstanden hier auch ständige Niederlassungen der Domkapitel von Gurk und Salzburg, ebenso wie bedeutende Klöster – darunter Admont, St. Peter in Salzburg und Viktring.

Diese frühen Gründungen machten Friesach zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum innerhalb des Erzbistums Salzburg.

Orden und geistliche Gemeinschaften

Friesach wurde bald zu einem Sammelpunkt für verschiedene Ordensgemeinschaften und Ritterorden.

Besonders hervorzuheben sind die Zisterzienserinnen (nach 1260) und die Augustiner-Chorfrauen (1323), die das religiöse Leben der Stadt prägten.

Auch die Deutschordensritter, die sich bereits 1203 niederließen, sowie die Dominikaner, die 1217 folgten, waren bedeutende geistliche Kräfte.

Die geistliche Landschaft der Stadt

Bis zum Ende des Mittelalters zählte Friesach sechzehn Kirchen, von denen zehn noch heute erhalten sind.

Diese Zahl übertraf sogar Salzburg, wo bestimmten Orden die Niederlassung untersagt war.

Die hohe Dichte an geistlichen Gemeinschaften war kein Zufall, sondern Ausdruck von Friesachs Ruf als bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum im mittelalterlichen Europa.

Die Erzbischöfe von Salzburg förderten diese Entwicklung gezielt, um ihren kirchlichen Einfluss in Kärnten zu stärken.

Einfluss auf Stadtbild und Alltagsleben

Die kirchlichen Einrichtungen besaßen ausgedehnte Ländereien und verfügten über beträchtliche wirtschaftliche Macht.

Sie prägten nicht nur die wirtschaftliche Struktur Friesachs, sondern auch das Stadtbild mit ihren Kirchen, Klosteranlagen und karitativen Gebäuden.

Der Glaube durchdrang den Alltag in außergewöhnlichem Maße – gegen Ende des Mittelalters gehörte jeder fünfte Erwachsene in Friesach dem Klerus an.

So wurde Friesach zu einer der frömmsten und kulturell lebendigsten Städte des mittelalterlichen Kärnten.