Tischuhr, Ende 18. Jh.
Kaminuhr, 19. Jh.
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Tischuhr, Ende 18. Jh.
Allgemeines
Tischuhr (Tischzappler), Ende des 18. Jahrhunderts, süddeutscher Raum. Diese Uhrenform ist charakteristisch für spätbarocke und frühklassizistische Übergangsformen.
Gehäuse – Gesamtform
Das Gehäuse ist hochrechteckig und flach aufgebaut, mit stark plastisch ausgearbeiteter Front. Die Umrissform folgt einem geschwungenen, nahezu skulpturalen Aufbau, der an barocke Ornamentrahmen erinnert.
Front (Vorderseite)
Die Vorderseite ist vollständig ornamental gestaltet. Ein reich reliefiertes Dekor mit Rocaille- und Blattmotiven umgibt das zentral eingesetzte Zifferblatt und verleiht der Uhr eine stark dekorative Wirkung.
Hauptkörper
Der Korpus besteht aus Holz, vermutlich geschnitzt und dunkel gefasst. Die Gestaltung konzentriert sich auf die frontale Wirkung, während die Seiten und die Rückseite einfacher ausgeführt sind.
Sockel und Standzone
Ein leicht vorspringender Standbereich stabilisiert die Uhr. Die Basis ist in die ornamentale Gesamtform integriert und tritt nicht als eigenständiges architektonisches Element hervor.
Dekor und Materialien
Das Gehäuse zeigt geschnitztes Dekor mit floralen und rocaillenartigen Formen. Einzelne Partien können ursprünglich gefasst oder vergoldet gewesen sein, heute erscheint die Oberfläche überwiegend dunkel patiniert.
Zifferblatt
Rundes Zifferblatt, zentral eingesetzt und von Ornamentik umgeben.
Ziffernreif
Ein Ziffernreif mit römischen Stundenziffern strukturiert die Anzeige klar.
Schaupendel
Das Vorderpendel ist sichtbar und stellt ein charakteristisches Merkmal des Tischzapplers dar.
Pendelausschnitt
Das Pendel ist in die Front integriert und schwingt vor dem Zifferblatt, ohne separaten architektonischen Ausschnitt.
Uhrwerk
Spindelwerk (verge escapement), typisch für die Zeit um 1800.
Verwendung und Aufstellung
Die Uhr war für den häuslichen Gebrauch bestimmt und wurde auf einem Tisch, einer Kommode oder einer Konsole aufgestellt. Durch das sichtbare Pendel hatte sie auch eine lebendige, bewegte Wirkung im Raum.
Zeitmessung
Anzeige im 12-Stunden-Zyklus; typische Gangdauer eines Spindelwerks mit regelmäßigem Aufziehen.
Kaminuhr, 19. Jh.
(Anton Huber, Klagenfurt)
Allgemeines
Kaminuhr, 19. Jahrhundert, signiert Anton Huber in Klagenfurt. Gefertigt in Klagenfurt, einem regionalen Zentrum kunsthandwerklicher Produktion.
Gehäuse – Gesamtform
Das Gehäuse ist als plastische, skulpturale Komposition gestaltet. Es stellt einen naturalistisch ausgearbeiteten Rosenstrauch dar, in den das Uhrgehäuse integriert ist. Die freie Form hebt sich deutlich von streng architektonischen Uhrengehäusen ab.
Front (Vorderseite)
Die Vorderseite wird durch das zentral eingefasste, runde Zifferblatt bestimmt, das von plastisch ausgearbeiteten Rosenblüten und Blättern umgeben ist. Die Gestaltung wirkt wie ein reliefartiges Naturmotiv.
Hauptkörper
Der Hauptkörper besteht aus Bronzeguss und ist als organisch gewachsener Stamm mit verzweigten Blütenformen modelliert. Die asymmetrische Komposition unterstreicht den dekorativen Charakter.
Sockel und Standzone
Die Uhr ruht auf einem flach ausgeformten Sockel, der als natürliche Basis des Rosenstrauchs gestaltet ist. Er sorgt für Stabilität und integriert sich formal in das Gesamtmotiv.
Dekor und Materialien
Bronzeguss mit partieller Vergoldung (Feuervergoldung oder Blattvergoldung) hebt einzelne Blüten und Details hervor. Die Kombination von dunkler Patina und goldenen Akzenten verstärkt die plastische Wirkung.
Zifferblatt
Rundes Emailzifferblatt mit klarer, kontrastreicher Gestaltung.
Ziffernreif
Ein feiner Ziffernreif mit römischen Stundenziffern strukturiert die Anzeige.
Zentrum (Datumsring)
Ein zentral angeordneter Datumsring ergänzt die Stundenanzeige und stellt eine zusätzliche Funktion dar.
Schaupendel
Ein Pendel ist vorhanden, teilweise sichtbar im unteren Bereich.
Uhrwerk
Mechanisches Uhrwerk (genaue Bauart nicht angegeben), typisch für Kaminuhren des 19. Jahrhunderts.
Schlagwerk
4/4-Schlag auf Tonfedern (Gongfedern), mit akustischem Signal zu jeder Viertelstunde und zur vollen Stunde.
Inschriften / Signaturen
Signiert: Anton Huber in Klagenfurt.
Verwendung und Aufstellung
Die Uhr war für den gehobenen häuslichen Gebrauch bestimmt und wurde auf einem Kamin, einer Konsole oder einem Tisch aufgestellt. Sie diente sowohl als Zeitmesser als auch als dekoratives Schaustück.
Zeitmessung
Anzeige im 12-Stunden-Zyklus mit zusätzlicher Datumsanzeige und Viertelstundenschlag.