Kapellenturm
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Der Kapellenturm (Kapellenturm) der Petersberg-Burg in Friesach weist eine vertikal gegliederte Raumorganisation auf, die für hochmittelalterliche multifunktionale Türme charakteristisch ist und defensive, wohnliche und sakrale Funktionen miteinander verbindet.
Ebene 1 – Unteres Untergeschoss (massive Tragstruktur)
Die unterste Ebene bildet ein massives Untergeschoss als Tragstruktur des Turmes. Sie diente in erster Linie der Lagerung und Vorratshaltung und könnte zusätzlich als Waffenlager oder Haftort genutzt worden sein. Ihr starkes Mauerwerk und die minimale Öffnungsgestaltung gewährleisteten sowohl klimatische Stabilität als auch defensive Sicherheit.
Ebene 2 – Oberes Untergeschoss (Dienstgeschoss)
Die zweite Ebene stellt ein oberes Untergeschoss dar, das als Dienstgeschoss fungierte. Sie erweiterte die Lagerkapazität des Turmes und nahm militärische Ausrüstung sowie Versorgungsgüter auf. Architektonisch bildete sie eine vermittelnde Pufferzone zwischen der Tragstruktur und den bewohnten Obergeschossen.
Ebene 3 – Eingangsgeschoss mit Hocheingang (erhöhte Zugangsebene)
Diese dritte Ebene war als zentraler Zugangspunkt zum Turm konzipiert und über einen Hocheingang erreichbar, wodurch ein kontrollierter und verteidigungsfähiger Zugang gewährleistet war. Sie erfüllte administrative und repräsentative Funktionen und beherbergte vermutlich Wachpersonal, das für die Regelung des Zugangs zu den oberen Geschossen verantwortlich war.
Ebene 4 – Kapellengeschoss (Rupertikapelle)
Die vierte Ebene beherbergt die romanische Kapelle, die dem heiligen Rupertus geweiht ist und sich durch ein erhöhtes Gewölbe sowie umfangreiche Fresken auszeichnet. Dieses Geschoss bildete den sakralen Kern des Turmes und wurde für liturgische Feiern, Gebet und kirchliche Zeremonien genutzt, was den doppelten sakralen und defensiven Charakter des Bauwerks widerspiegelt.
Ebene 5 – Wohngeschoss (Solar)
Die fünfte Ebene diente als wesentliches Wohn– und Repräsentationsgeschoss des Turmes. Architektonisch als Solar oder private Wohnkammer bezeichnet, bot sie private Unterkünfte und vereinte häusliche, administrative und symbolische Funktionen.
Ebene 6 – Wehrplattform mit hölzernem Wehrgang (zinnenbewehrte Plattform)
Die oberste Ebene bildete die defensive Krone des Turmes. Sie umfasste eine zinnenbewehrte Plattform, ergänzt durch auskragende hölzerne Wehrgänge, die vertikale und erhöhte Schusspositionen ermöglichten. Dieses Geschoss fungierte als primäre Kampf– und Beobachtungsebene innerhalb des Befestigungssystems.








Kapellenturm | Mittelalterliche Ebenen vs. mittelalterliche Funktionen
Ebene 1 | Dieses unterste Geschoss fungierte in erster Linie als gesicherter Unterbau zur Lagerung von Vorräten und Ausrüstung und möglicherweise auch als Gefängnis oder Waffenlager. Zugleich diente es als massive Tragstruktur zur Abstützung der darüberliegenden Geschosse des Turmes. |
Ebene 2
| Dieses obere Untergeschoss bot zusätzlichen Stauraum für Vorräte und Waffen und war Teil der Dienst– und Verteidigungsinfrastruktur des Turmes. Seine nur begrenzt vorhandenen Öffnungen (schmale Schlitze) gewährleisteten Sicherheit sowie ein stabiles Innenklima. |
Ebene 3 | Diese Ebene bildete den zentralen Zugangspunkt zum Turm und wurde über eine einziehbare Leiter oder eine außenliegende Treppe erreicht, die leicht entfernt werden konnte. Sie diente als Empfangsbereich für Besucher, als Raum für administrative Zwecke sowie als Unterkunft für Wachpersonal, das den Zugang zum Turm kontrollierte. |
Ebene 4 | Diese Ebene beherbergte die romanische Kapelle mit erhöhtem Gewölbe und Fresken. Sie wurde für Gebet, liturgische Feiern und religiöse Zeremonien genutzt und stellte den sakralen Kern des Turmes dar. |
Ebene 5 | Dieses Geschoss fungierte als private Wohnebene des Turmes und bot Wohnräume sowie häuslichen Komfort. |
Ebene 6 | Diese oberste Ebene bildete die Verteidigungsplattform des Turmes. Sie ermöglichte Überwachung und aktive Verteidigung. Der auskragende hölzerne Wehrgang bot zusätzlichen Schutz sowie vertikale und erhöhte Schusspositionen. |