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Barocker Tabernakelschrank, um 1750

Lesezeit: 0:25 Min.

Barocker Tabernakelschrank
Handwerkstechniken

Ein barocker Tabernakelschrank aus der Zeit um 1750 entstand durch das Zusammenwirken mehrerer spezialisierter Handwerksformen.

Tischlerei (Kunsttischlerei) umfasste die Konstruktion des Korpus, der Laden und der bombierten Form unter Anwendung anspruchsvoller Holzverarbeitungstechniken.

Furnierarbeit und Marketerie beinhalteten das Aufbringen feiner Holzfurniere sowie eingelegter dekorativer Muster.

Holzbildhauerei diente der Ausarbeitung von Profilierungen und ornamentalen Details.

Metallverarbeitung fertigte die Beschläge aus Messing, darunter Griffe, Schlüsselschilder und Zierbeschläge.

Oberflächenbehandlung umfasste das Polieren und Lackieren zur Hervorhebung der Holzstruktur.

Zusammen ergaben diese Handwerksformen ein konstruktiv ausgefeiltes und reich dekoriertes Möbelstück.

Barocker Tabernakelschrank, um 1750
Kurzbeschreibung

Lesezeit: 0:25 Min.

Dieser barocke Tabernakelschrank, entstanden um 1750, ist ein fein gearbeitetes Möbelstück des häuslichen Bereichs, das Aufbewahrung und Präsentation miteinander verbindet.

Sein oberer Teil bildet einen tabernakelartigen Aufsatzschrank mit einer zentralen Tür, der vermutlich für wertvolle Gegenstände oder für den Andachtsgebrauch bestimmt war, flankiert von einer Anordnung kleiner Schubladen.

Darunter zeigt der bombierte Korpus mit geschweiften Schubladenfronten die für das Barock typischen bewegten Formen.

Reich gemaserte Marketeriefurniere und kunstvoll gestaltete Messingbeschläge steigern die dekorative Wirkung, während die Gesamtkomposition sowohl handwerkliches Können als auch einen ausgeprägten Sinn für ausgewogene Proportionen erkennen lässt.

Detaillierte Merkmale des barocken Tabernakelschranks

Lesezeit: 1:05 Min.

Oberer Bereich

Der obere Tabernakelaufsatzschrank ist der kleine, erhöhte Schrank, der auf der Truhe sitzt und die oberste Ebene des Möbelstücks bildet.

Die zentrale Tür mit Sterneinlage ist die einzelne Tür in der Mitte des oberen Schranks und anhand ihres geometrischen, sternförmigen Marketeriemotivs erkennbar.

Die seitlich angeordneten kleinen Schubladen sind die symmetrisch auf beiden Seiten der zentralen Tür im oberen Schrank angeordneten Schubladensätze.

Der gestufte Aufbau bildet die gestaffelte Anordnung des oberen Schranks, die stufenweise zur Mitte hin ansteigt, wo sich die Uhr befindet.

Unterer Bereich (Hauptkorpus)

Die profilierte Deckplatte besteht aus einer geformten horizontalen Profilleiste, die die obere Kante des unteren Korpus direkt unterhalb des Aufsatzschranks bildet.

Der bombierte Unterkorpus bildet den Hauptteil der Truhe und ist durch seine nach außen gewölbte, geschweifte Vorder- und Seitenform gekennzeichnet.

Die geschweiften Schubladenfronten sind die Frontflächen der Schubladen im unteren Bereich, die sich in einem fließenden, wellenförmigen Profil nach innen und außen bewegen.

Die Marketeriefurnierfelder sind die dekorativen Holzfurnierflächen auf den Schubladenfronten und der Schranktür, die gemusterte Einlagen zeigen.

Die Messingfallgriffe sind die gebogenen Metallgriffe an den Schubladen, die locker an ihren Halterungen hängen.

Die dekorativen Schlüsselschilder sind die geformten Messingplatten um die Schlüssellöcher, die auf den Schubladen und an der Tür des oberen Schranks zentriert angebracht sind.

Sockel und Füße

Der profilierte Sockel befindet sich am unteren Ende des Möbelstücks.

Die Kugelfüße sind gerundete Füße an den vier Ecken des Sockels.

1 | zentrale Tür mit Sterneinlage
2 | seitlich angeordnete kleine Schublade
3 | oberer Tabernakelaufsatzschrank
4 | profilierte Deckplatte
5 | bombierter Unterkorpus
6 | Kugelfüße
7 | dekorative Schlüsselschilder
8 | Marketeriefurnierfelder
9 | profilierter Sockel
10 | Messingfallgriffe