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Altarretabel
Lesezeit: 3:20 min

Ein Altarretabel ist ein Kunstwerk, das den Raum über und hinter dem Altar in einer christlichen Kirche schmückt.

Gemälde, Reliefs und Rundskulpturen wurden alle in Altarretabelern verwendet, entweder einzeln oder in Kombination.

Diese Kunstwerke stellen gewöhnlich heilige Persönlichkeiten, Heilige und biblische Themen dar.

Mehrere Begriffe sind mit Altarretabelern verbunden.

Die Predella ist ein niedriger, verzierter Streifen, der dazu dient, den Hauptteil des Altarretabeles auf eine Höhe zu heben, auf der es aus der Ferne gut sichtbar ist.

Ein Diptychon ist ein Altarretabel, das aus zwei bemalten Tafeln besteht.

Ein Triptychon besteht aus drei Tafeln.

Ein Polyptychon besteht aus vier oder mehr Tafeln.

Ein Flügelaltar ist ein Altarretabel mit beweglichen Flügeln, die über einen festen zentralen Teil geöffnet oder geschlossen werden können, wodurch verschiedene Darstellungen zur Ansicht freigelegt werden.

Der Begriff Reredos bezeichnet einen ornamentalen Bildschirm oder eine Trennwand, die nicht direkt am Altar aufgestellt ist, sondern an der Wand hinter dem Altar befestigt wird.

Der Begriff Retabel bezieht sich einfach auf jedes ornamentale Paneel hinter einem Altar.

Altarretabel | Geschichte

Die Praxis, eine Struktur über und hinter dem Altar zu errichten und mit Kunstwerken zu schmücken, reicht mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Die Skulptur war das dominierende Element in den Altarretabelern des späten Mittelalters, besonders in Deutschland.

Altarretabeler hingegen wurden in Nordeuropa erst im 15. Jahrhundert verbreitet.

Das Italien der Renaissance bevorzugte hingegen Altarretabeler, die aus einzelnen, monumentalen Gemälden in einfachen vergoldeten Rahmen bestanden.

Die Barockkünstler des 17. Jahrhunderts zeichneten sich durch die Schaffung großer, bühnenähnlicher Altarretabeler aus, in denen Malerei, Skulptur und üppiger Schmuck dramatisch miteinander verschmolzen.

Diese prunkvolle Tradition florierte auch in Deutschland, Österreich, Spanien und Spanisch-Amerika bis weit ins 18. Jahrhundert.

Flügelaltar | Beschriftetes Bild

Flügelaltar

Ein Flügelaltar oder Klappaltar im Mittelalter war ein tragbarer Altar, der aus praktischen und liturgischen Gründen entwickelt wurde, um in verschiedenen Situationen genutzt werden zu können. Besonders in Zeiten, in denen Priester auf Reisen waren oder in besonderen liturgischen Kontexten, war ein solcher Altar sehr hilfreich. Der Flügelaltar war so gebaut, dass er zusammengeklappt und transportiert werden konnte, aber auch in aufgeklappter Form als Altar für den Gottesdienst dienen konnte.

Teile eines Flügelaltars 

  1. Tischplatte: Dies ist die Hauptfläche des Altars, auf der die Messe gefeiert wurde. Sie war meist rechteckig und aus Holz gefertigt.
  2. Flügel (Seitenteile): Der markanteste Teil des Flügelaltars. Diese seitlichen Teile konnten aufgeklappt oder zusammengeklappt werden, je nachdem, ob der Altar im Gebrauch war oder transportiert werden sollte. Sie dienten oft auch als Schutz für die Altartücher und liturgischen Geräte.
  3. Bilder oder Reliefs: Oft waren die Flügel mit religiösen Darstellungen oder Reliefs geschmückt, die Szenen aus der Bibel oder das Leben von Heiligen zeigten. Diese Kunstwerke hatten nicht nur eine dekorative Funktion, sondern sollten auch den spirituellen Charakter des Altars betonen.
  4. Hintergrund (Schreinen oder Tafel): Der hintere Teil des Altars war manchmal mit einer Wand oder Tafel versehen, die auch religiöse Bilder oder ein Altarkreuz zeigte. Diese Rückwand konnte, wenn der Altar geschlossen war, als ein geschützter Bereich für die heiligen Gefäße und andere liturgische Gegenstände dienen.
  5. Beine oder Ständer: Der Altar hatte oft Beine oder einen Ständer, die entweder klappbar oder herausziehbar waren, um den Altar in einer stabilen Position zu halten, wenn er geöffnet war.


Funktion eines Flügelaltars

Der Flügelaltar hatte in erster Linie eine praktische Funktion: Er war mobil und konnte an verschiedene Orte transportiert werden. Dies war besonders wichtig für Priester, die unterwegs waren oder in abgelegenen Gegenden ohne feste Kirchen oder Altäre tätig waren. Der Altar konnte auf Reisen oder bei besonderen Gottesdiensten in wechselnden Orten verwendet werden.

Zusätzlich hatte der Flügelaltar oft eine liturgische Funktion, indem er die heiligen Bilder oder Reliefs ausklappen ließ, die den spirituellen Raum um den Altar betonten und so das religiöse Erlebnis vertieften.

Materialien

  • Holz: Der Hauptbestandteil des Flügelaltars war Holz, da es relativ leicht und einfach zu bearbeiten war. Die Tischplatte und die Flügel wurden oft aus stabilem Holz gefertigt.
  • Metall: Für die Befestigungen, Schlösser, Scharniere und manchmal für dekorative Elemente wie Verzierungen an den Ecken oder Rändern wurde Metall verwendet.
  • Farben und Gold: Für die religiösen Darstellungen auf den Flügeln und an der Rückwand wurden oft Farben, Gold oder Silber verwendet, um den Altar besonders hervorzuheben.
  • Leinen oder Stoffe: Der Altar konnte mit Stoffen wie Leinen oder Seide bedeckt sein, die für den Gottesdienst verwendet wurden. Die Altartücher und die Dekorationen könnten ebenfalls aus edlen Stoffen bestehen.


Zusammenfassung

Der Flügelaltar oder Klappaltar im Mittelalter war ein tragbarer Altar aus Holz, oft mit metallenen Scharnieren und Verzierungen. Er wurde durch seine klappbaren Flügel besonders mobil und konnte an verschiedenen Orten eingesetzt werden, um die Messe zu feiern. Der Altar war nicht nur funktional, sondern auch kunstvoll gestaltet, mit religiösen Darstellungen, die die spirituelle Bedeutung unterstrichen.