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Steinzeugkrüge

Lesezeit: 1:20 min

Steinzeugkrüge | Handwerkstechniken

Die Steinzeugkrüge des 17. Jahrhunderts wurden durch die Kombination spezialisierter Handwerkstechniken hergestellt:

Keramikherstellung (Steinzeugproduktion)
Die Gefäße wurden aus Ton geformt, auf der Drehscheibe oder in Formen gestaltet und bei hohen Temperaturen gebrannt, um widerstandsfähiges Steinzeug zu erzeugen.

Reliefmodellierung (aufgesetzte Dekoration)
Dekorative Elemente, wie Figuren und Zierbänder, wurden separat modelliert und auf die Oberfläche aufgesetzt, wodurch erhabene Verzierungen entstanden.

Glasurtechniken (Salzglasur und Engobe)
Die Salzglasur erzeugte eine harte, glasartige Oberfläche, während farbiger Tonschlicker (Engobe) zur Verfeinerung der Oberfläche und zur Farbgestaltung aufgetragen wurde.

Emailbemalung
Detailreiche figürliche Darstellungen und Inschriften wurden mit Emailfarben aufgebracht, was eine präzise und sorgfältige Handbemalung erforderte.

Metallverarbeitung (Zinnmontierung)
Deckel, Scharniere und Daumenrast wurden aus Zinn gefertigt und mit dem keramischen Körper verbunden, wodurch keramische und metallhandwerkliche Techniken kombiniert wurden.

Diese Techniken verbinden Keramikherstellung, dekorative Gestaltung und Metallverarbeitung, wie sie für hochwertige Krüge des 17. Jahrhunderts typisch sind.

Apostelkrug | Kurzbeschreibung

Dieser reich verzierte Krug ist aus gebranntem Ton gefertigt und mit einer Salzglasur versehen.

Er ist mit Emailbemalung gestaltet und zeigt die Zwölf Apostel sowie den Salvator Mundi.

Ein Trinkspruch, datiert 1675, lautet: „Trink und iss, Gott nicht vergiss“.

Der Krug ist mit einem unmarkierten Zinndeckel ausgestattet. Die Art der Dekoration weist auf eine Herkunft aus Creussen, einem Zentrum für vergleichbare Arbeiten, hin.

Planetenkrug | Kurzbeschreibung

Dieser Krug ist aus gebranntem Ton gefertigt und engobiert.

Er ist mit Reliefauflagen versehen und mit Emailbemalung sowie Netzornamentik gestaltet.

Der Krug ist mit einem Zinndeckel ohne Marke ausgestattet und wird Annaberg in Sachsen zugeschrieben, datierend an das Ende des 17. Jahrhunderts.

Kurfürstenkrug | Kurzbeschreibung

Dieser Krug ist aus gebranntem Ton gefertigt, mit einer Salzglasur versehen und mit Reliefauflagen dekoriert.

Er ist mit Emailbemalung versehen (gleiche Hand wie beim Apostelkrug).

Der Krug ist mit einem Zinndeckel mit Engelmarke ausgestattet.

Er wird Creussen zugeschrieben und datiert vermutlich in die Zeit um 1670–1680.