Böhmisches Glas, 19. Jahrhundert
Kärnten und Österreich
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Einleitung
Im 19. Jahrhundert war böhmisches Glas in ganz Mitteleuropa, einschliesslich Österreich und Kärnten, hoch geschätzt. Bekannt für seine Brillanz, Klarheit und dekorative Vielfalt spielte es sowohl im Alltag als auch zur repräsentativen Präsentation eine wichtige Rolle und spiegelte Fortschritte in der Glasherstellung sowie den Wandel des Geschmacks wider.
Objektarten
Es wurde eine grosse Vielfalt an Formen hergestellt. Elegante Vasen dienten als dekorative Blickfänge, während fein gearbeitete Trinkgläser und Kelche für Wein und andere Getränke verwendet wurden. Karaffen und Gefässe mit Deckel erfüllten sowohl Aufbewahrungs- als auch Präsentationszwecke. Aufwendig geschliffene Schalen, Teller und Ziergegenstände sowie Luster und kleinere Luxusobjekte zeigten die Vielseitigkeit des böhmischen Glases.
Glasarten
Böhmische Glasmacher waren besonders bekannt für Kalium-Kalk-Glas, das eine aussergewöhnliche Klarheit aufweist und sich hervorragend zum Schleifen und Gravieren eignet. Darüber hinaus gewann farbiges Glas – durch die Zugabe von Metalloxiden erzeugt – zunehmend an Bedeutung, ebenso wie Überfang- und Schichtglas, die eindrucksvolle dekorative Effekte ermöglichten.
Technik
Die Herstellung umfasste eine Kombination aus Glasblasen, Schleifen und Gravieren. Geschmolzenes Glas wurde mit der Glasmacherpfeife von Hand geformt und anschliessend durch Schleifen weiterbearbeitet, um facettierte Oberflächen zu erzeugen. Gravuren fügten feine Details hinzu, während Emailmalerei und Vergoldung Farbe und Glanz verliehen. Mehrere Heiz- und Abkühlungsphasen erforderten präzise Kontrolle und grosse Erfahrung.
Handwerksformen und Fertigkeiten
Die Herstellung von böhmischem Glas vereinte spezialisierte Handwerke: Glasblasen, Glasschleifen, Gravieren, Emailmalerei und Vergoldung. Werkstätten waren häufig stark organisiert und beschäftigten Meister sowie qualifizierte Gehilfen, die eng zusammenarbeiteten.
Auftraggeber und Käufer
Zunächst von aristokratischen Auftraggebern geschätzt, wurde böhmisches Glas im 19. Jahrhundert zunehmend auch für das städtische Bürgertum zugänglich. Seine Schönheit und vergleichsweise gute Erschwinglichkeit machten es zu einer beliebten Wahl für Haushalte, die Eleganz und Funktionalität vereinen wollten.
Verwendung im Haushalt
Im häuslichen Alltag war Glas ein wesentlicher Bestandteil von Tischkultur und Geselligkeit. Trinkgefässe und Karaffen spielten eine zentrale Rolle bei der Bewirtung, während dekorative Objekte Innenräume mit Licht und Farbe bereicherten. Böhmisches Glas verband somit funktionalen Nutzen mit künstlerischer Raffinesse im Österreich des 19. Jahrhunderts.

