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Zeitleiste
Uhren und Zeitmessung in Kärnten

Lesezeit: 1:40 Min.

Diese Zeitleiste zeigt die Entwicklung von Uhren und Zeitmessung in Kärnten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

1600–1650
(Frühes 17. Jahrhundert)


Turmuhren dominieren

Kirch- und Stadtturmuhren sind die wichtigsten Zeitgeber. Die meisten Menschen orientieren sich an Glockensignalen und nicht an Zifferblättern.

Sonnenuhren weit verbreitet
Im Alltag häufig an Gebäuden angebracht, besonders im ländlichen Raum.

1650–1700
(Spätes 17. Jahrhundert)

Frühe Hausuhren entstehen

– Nur in adeligen oder wohlhabenden Haushalten vorhanden
– Eisenrahmen und gewichtsbetriebene Werke
– Begrenzte Genauigkeit

Zeit bleibt gemeinschaftlich und annähernd.

1700–1730
(Frühes 18. Jahrhundert)

Pendeluhren verbreiten sich langsam

Das Pendel (bereits früher in Europa eingeführt) wird in Hausuhren häufiger verwendet und verbessert die Genauigkeit.

Erste lokale Uhrmacher
Werkstätten entstehen in Städten wie Klagenfurt.

1730–1780
(Mitte des 18. Jahrhunderts)

Standuhren etabliert

– In wohlhabenden Bauernhäusern und Bürgerhäusern anzutreffen
– Gelten als wertvolle Einrichtungsgegenstände

Zunehmender regionaler Handel
Vom Schwarzwald beeinflusste Uhren gelangen nach Kärnten.

1780–1800
(Spätes 18. Jahrhundert)

Einfachere Wanduhren verbreiten sich

Erschwinglichere Modelle erreichen bürgerliche Haushalte.

Taschenuhren (Elitegebrauch)
Noch selten und kostspielig, vor allem im Besitz von Adel und Beamten.

Die Zeitmessung wird häuslicher, bleibt jedoch uneinheitlich.

1800–1830
(Frühes 19. Jahrhundert)

Zunahme des Besitzes

– Immer mehr Haushalte besitzen zumindest eine Uhr
– Importe aus dem Schwarzwald erhöhen die Verfügbarkeit

Verbesserte Mechanik
Allmählicher Übergang von Holzwerken zu langlebigeren Bauteilen.

1830–1860
(Mitte des 19. Jahrhunderts)

Wiener Regulatoruhren setzen sich durch

Sehr genaue Wanduhren aus Wien werden in bürgerlichen Haushalten und Büros beliebt.

Taschenuhren verbreiten sich
Von Gewerbetreibenden und Kaufleuten genutzt; Zeit wird individueller.

1860–1880
(Eisenbahnzeitalter)

Beginn der Zeitstandardisierung

Die Eisenbahn erfordert präzise und synchronisierte Zeitmessung.

Verbesserung öffentlicher Uhren
Turmuhren werden für höhere Genauigkeit und bessere Abstimmung modernisiert.

Die Zeit entwickelt sich von lokal zu zunehmend standardisiert.

1880–1900
(Spätes 19. Jahrhundert)

Serienmässig gefertigte Uhren verbreitet

Erschwingliche Uhren (besonders aus dem Schwarzwald) sind in Stadt und Land weit verbreitet.

Kaminuhren und Zieruhren
Werden zu beliebten Elementen bürgerlicher Wohnkultur.

Taschenuhren weit verbreitet
Im Besitz vieler Männer in Gewerbe, Verwaltung und Transportwesen.

Zeitmessung wird präzise, persönlich und allgemein verbreitet.

Zusammenfassung

17. Jahrhundert: gemeinsam gehörte Zeit (Glockensignale)

18. Jahrhundert: schrittweiser Einzug in den Haushalt

19. Jahrhundert: breite Verfügbarkeit und steigende Präzision

Um 1900 wandelte sich Kärnten von einer Kultur des Hörens von Zeit (Glocken) hin zu einer Kultur des Mitführens – die Zeit wurde in der Tasche getragen.