Kabinettkästchen, um 1750
Lesezeit: 1:10 Min.
Kabinettskästchen | Handwerkstechniken
Schreinerarbeit (Tischlerei) umfasste die Konstruktion des Korpus, der Türen und der Laden, einschliesslich der komplexen Innenaufteilung.
Furnierarbeit und Marketerie sorgten für die geometrischen Einlagen durch das Aufbringen kontrastierender Holzfurniere.
Holzschnitzerei und Profilierung formten die profilierten Kanten und den oberen Aufbau des Schranks.
Schmiedearbeit fertigte die schmiedeeisernen Bänder, Schlösser und Beschläge und gewährleistete Stabilität und Sicherheit.
Drechselarbeit wurde zur Herstellung der kleinen, gedrehten Ladenknöpfe eingesetzt.
Feine Schreinerarbeit ermöglichte die Ausführung verborgener Fächer und zeugt von Präzision und Einfallsreichtum.
Kabinettskästchen, um 1750
Kurzbeschreibung
Dieses Kabinettskästchen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts vereint praktische Aufbewahrung mit privater Andacht.
Hinter den scharniergelagerten Türen verbirgt sich ein sorgfältig gegliederter Innenraum mit kleinen Laden und geheimen Fächern, der zur sicheren Verwahrung von Wertgegenständen und persönlichen Dingen diente.
Im Zentrum befand sich vermutlich ein Schrankfach, das als Hausaltar genutzt wurde und die Bedeutung des Glaubens im häuslichen Leben widerspiegelt.
Gefertigt aus Holz und mit schmiedeeisernen Beschlägen verstärkt, ist das Möbel sowohl funktional als auch dekorativ.
Die geometrische Einlegearbeit und die ausgewogene Anordnung der Laden zeugen von handwerklichem Können, während die verborgenen Fächer eine für solche intimen Möbelstücke typische Raffinesse erkennen lassen.

Detaillierte Merkmale des Kabinettskästchens
Beschläge und Türen
Die angeschlagenen Türen sind die beiden äußeren Türen auf der linken und rechten Seite des Schranks, die sich vom mittleren Bereich nach außen öffnen.
Die schmiedeeisernen Bandbeschläge sind die langen, horizontalen Eisenbänder, die über die Außenseiten jeder Tür verlaufen und diese mit dem Schrankkorpus verbinden.
Die gefelderten Türblätter sind die hölzernen Türflächen selbst, die jeweils aus eingesetzten Füllungen bestehen, die von Rahmenhölzern eingefasst sind.
Mittlerer Bereich
Das mittlere Kästchen (Altarfach) ist das Fach in der Mitte des Schranks hinter der kleinen zentralen Tür und war vermutlich für Andachtsgegenstände bestimmt.
Die geometrische Sterneinlage ist das sternförmige Marketeriemotiv auf der Vorderseite der Tür des mittleren Kästchens.
Stauraum
Die zahlreichen kleinen Schubladen sind die vielen kleinen Schubladen, die symmetrisch um das mittlere Kästchen angeordnet sind, sowohl links und rechts als auch in der unteren Reihe.
Die verborgenen Fächer sind versteckte Aufbewahrungsräume, die hinter oder innerhalb der Schubladen und des mittleren Kästchens integriert sind; sie sind nicht unmittelbar sichtbar, aber typisch für solche Schränke.
Die gedrehten Holzknöpfe sind die kleinen, gerundeten Zugknöpfe, die mittig auf jeder Schubladenfront angebracht sind.
Aufbau
Das profilierte Kranzgesims ist der vorspringende, geformte oberste Abschluss, der den oberen Teil des Schranks bildet.
Der gestufte Sockel ist der untere Teil des Schranks, der in sich zurückspringenden Stufen ausgebildet ist, die sich zum Korpus hin verjüngen.
