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Verschiedene Modeln

Lesezeit: 1:50 min

Holzmodeln mit vertieften Formen wurden für verschiedene Zwecke verwendet. Sie dienten zum Abdrücken von Wachs– und Steinzeugauflagen, für Bäckereien aller Art und als Buttermodeln. Häufig waren sie beidseitig beschnitzt.

Früher dienten Modeln auch als einfaches Mittel der bildlichen Informationsübermittlung von Ereignissen aller Art.

Die ausgestellten Modeln stammen aus dem alpenländischen Raum und datieren aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.

Relief-Holzmodeln
(Modeln mit erhabenem Dekor, Positivmodeln)

Definition
Eine Reliefmodel hatte ein erhaben geschnitztes Dekor auf ihrer Oberfläche. Wurde sie in ein weiches Material gedrückt, pressten sich die erhabenen Partien hinein und erzeugten einen vertieften Abdruck.

Funktionsweise der Model
– 
Die Model trägt das Dekor in positiver Form (erhaben).
– 
Beim Eindrücken in Wachs oder Ton entsteht ein negativer Abdruck.
– 
Das gestempelte Ergebnis erscheint in die Oberfläche eingesenkt.

Typische Materialien
– 
Wachs (Siegel, Andachtsobjekte)
– 
Ton (Fliesen, Keramikdekoration)
– 
Leder (Bucheinbände, Gürtel)
– 
Weicher Gips oder Kalkmörtel

Beispiele
– 
Zierstempel für Keramik
– 
Lederstempel für Bucheinbände
– 
Zierstempel für Ziegel und Fliesen

Vertiefte Holzmodeln
(Negativmodeln)

Definition
Eine vertiefte Model besitzt ein in das Holz eingeschnittenes Dekor in Form einer Vertiefung oder Kavität. Weiches Material wird in die Model gedrückt, füllt die Vertiefung und bildet beim Herausnehmen ein erhabenes Motiv.

Funktionsweise der Model
– 
Die Model enthält das Dekor in negativer Form.
– 
Ton, Wachs oder Gips füllen die eingeschnittene Vertiefung.
– 
Das fertige Objekt zeigt das Motiv in erhabenem Relief.

Typische Materialien
– 
Ton (Fliesen, Ofenkacheln, Keramik)
– 
Wachs (kleine Andachtsobjekte, Siegel)
– 
Gips oder Gesso für Zierornamente

Beispiele
– 
Keramikfliesenmodeln
– 
Ofenkachelmodeln
– 
Modeln für dekorativen Gipsstuck

Verwendung in den Kunstepochen

Romanik (ca. 1000–1200)

Relief-Holzmodeln
–  Einfache geometrische Stempel auf Keramik und Ziegeln
–  Verwendung auch für Lederverzierungen und Wachssiegel

Vertiefte Holzmodeln
–  Formgebung von Tonornamenten und frühen Baufliesen
–  Kräftige, einfache Gestaltungen

Gotik (ca. 1200–1500)

Relief-Holzmodeln
–  Weit verbreitet für dekorative Muster auf Lederbucheinbänden und Keramikoberflächen

Vertiefte Holzmodeln
–  Wichtige Rolle bei der Herstellung von Ofenkacheln, Baukeramik und Andachtstafeln mit erhabenen Figuren

Renaissance (ca. 1500–1600)

Relief-Holzmodeln
–  Klassische Motive wie Rosetten, Blattwerk und geometrische Bordüren

Vertiefte Holzmodeln
–  Hoch verfeinerte Modeln für Keramiktafeln, Ofenkacheln und architektonische Zierelemente

Barock (ca. 1600–1750)

Relief-Holzmodeln
–  Wiederholung ornamentaler Motive auf Leder, Keramik und Wachs

Vertiefte Holzmodeln
–  Komplexe Modeln für reich verzierte Keramik- und Gipsornamente mit tiefem plastischem Relief

Kurzüberblick

Reliefmodel
Das Dekor ist auf der Model erhaben, der Abdruck erscheint vertieft.

Vertiefte Model
Das Dekor ist in die Model eingeschnitten, das erzeugte Objekt erscheint erhaben.